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100 Gründe Vegan zu leben- Teil 1 Ethik

Suchst du einen guten Grund vegan zu leben? Dann wird deine Suche hier enden.

Es gibt unzählige Gründe vegan zu leben. Die wichtigsten Gründe für viele Veganer betreffen Ethik, Umwelt oder Gesundheit.

Gründe der Ethik, vegan zu leben. In diesem ersten von vier Teilen aus der Reihe 100 Gründe vegan zu leben, bekommst du genug zum nachdenken und für dich nachempfinden, um einen großen Schritt auf deine vegane Seite zuzugehen. Wenn du diesen Artikel bis zum Ende liest, kannst du gar nicht anders.

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1. Intensive Tierhaltung

Die konventionelle, sprich intensive Tierhaltung macht den Großteil der Nutztierhaltung aus. Es ist eine Industrie, die auf Umsatz ausgerichtet ist. Das diktiert schon die Marktwirtschaft in der- durch das Streben nach Gewinn definierten- kapitalistischen Gesellschaft, in der wir leben. Davon ist auch die Politik nicht ausgenommen.

Werte wie Leben, Fürsorge, Schutz von Schwachen, Mitgefühl und viele andere, die du sicher auch sehr zu schätzen weißt, haben in dieser Industrie meist keinen Platz. In erster Linie ist der Profit wichtig. Das Problem dabei: es geht nicht um Ware, sondern um Lebewesen.

Gewinn statt Gefühl

Das bedeutet je kleiner der Lebensraum ist, desto weniger Ausgaben. Je weniger man in Komfort, Lebensqualität, Auslauf, frische Luft und so weiter investiert, desto mehr bleibt vom Gewinn. Denn, es ist ja schließlich eine Industrie und da geht es um Umsatz und nichts anderes.

Und wenn du jetzt denkst, die Werte gehen vor, zu jederzeit, dann ist das leider nicht richtig. Nicht in dieser Industrie. Wenn du diese Werte unterstützen möchtest und sie nicht mit Füßen treten, dann hast du die Möglichkeit auf tierische Lebensmittel, die aus dieser Industrie stammen, zu verzichten und vegan zu werden.

2. Kühe geben nicht freiwillig Milch

Ich habe sehr lange gedacht, Kühe geben einfach so Milch. Es sind ja schließlich auch Kühe! Schon von klein auf waren die Euter der auf der Weide grasenden Kühe in meinen Kinderbüchern prall gefüllt und haben nur darauf gewartet- zur außerordentlichen Freude der dabei grinsenden Kuh- ihrer leckeren Milch entledigt zu werden. Um ehrlich zu sein habe ich das noch eine ganze Zeit länger gedacht, über mein Kindesalter hinaus. 

Woher soll man das auch wissen, wie das genau funktioniert. Der Milchmarkt lebt von immerzu sprudelnden Eutern. Warum genau das so ist, das ist der Werbebotschaft und dem Image der Milch nicht wirklich zuträglich. Aber es ist ein guter Grund, vegan zu werden. Kühe geben Milch, weil sie ein Kalb geboren haben. So wie alle Säugetiere. Die Milch ist für das Kalb vorgesehen und nicht für uns Menschen. Denn sie soll das Kalb innerhalb kurzer Zeit zu einem stattlichen Rind aufpeppeln. Und nicht uns.

3. Ausbeutung

Nutztiere werden oft ausgebeutet. Eine Milchkuh ist so gezüchtet worden, dass sie beinahe mehr Milch gibt, als ihr Körper leisten kann. Die Tendenz ist immernoch steigend. In ihrem kurzen Leben wird ihr die komplette Lebensenergie geraubt oder treffender gesagt ausgesaugt. Eine Milchkuh muss eine vergleichbare Leistung von 1,5 Marathonläufen jeden Tag erbringen (1). Diese tägliche Anstrengung lässt Kühe sehr schnell altern und oft krank werden. Daraus folgt, dass eine Milchkuh nach durchschnittlich 4-5 Jahren geschlachtet wird (2). Zum Vergleich: Die Kuh hat eine natürliche Lebenserwartung von circa 25-30 Jahren.

Nach den maximal 5 Jahren lässt die Milchleistung aufgrund der andauernden Erschöpfung durch ungewollte Befruchtung, Geburt, entführtem Kalb, schlechten Lebensbedingungen, Futter das nicht nährt sondern viel Energie gibt und Leid nach. Dann wird es profitabler, eine neue Kuh in diesen Platz im Stall zu schieben. Und die Nachfrage nach Fleisch ist ungebrochen hoch.

Arme Kälbchen

The Life of A Cow – An infographic by the team at PETA 

4. Künstliche Besamung der Kühe

Kühe werden zwangsbesamt, manch einer Spricht sogar von Vergewaltigung. Wie genau?

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    Gleitgel auf die Hand und den Arm und ab in den Anus der Kuh bis zum eigenen Schultergelenk, denn: es muss an der Gebärmutter ertastet werden, ob die Kuh brünstig ist;
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    Mit der anderen Hand wird das Besamungsinstrument in die Scheide eingeführt, bis an den Gebärmutterhals, wo das Sperma abgelegt wird. Die Hand im Anus soll das nebenher ertasten und sicher stellen, dass alles richtig geht;
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    Expertentipp: Wenn dich das Besamungsintrument in der Scheidenwand verklemmt, dann zieht die Hand im Anus den Gebärmutterhals nach vorne, weg vom hinteren Ende der Kuh, und glättet somit auch den Scheidengang. Damit kann das Besamungsinstrument bis zur Gebärmutter durchgeführt werden.

Ich denke diese Beschreibung und die Bilder sprechen für sich und zeigen, dass es alles andere als ein alltäglicher und gewöhnlicher Eingriff für die Kuh ist.

5. Verstörtes Mutter-Kind Verhältnis

Damit die Kuh Milch geben kann, muss sie ein Kalb gebären. Doch das Kalb, für das die Milch eigentlich bestimmt ist, bekommt keine ab. Die ist schließlich für uns.

Die Milchkuh gehört so wie der Mensch zu den Säugetieren. Säugetiere kümmern sich fürsorglich um ihren Nachwuchs. Die namensgebende Charakteristik ist das Säugen. Muttermilch gibt dem Nachwuchs konzentrierte Nährstoffe und Energie, damit das Baby schnell und kräftig aufwächst. Zudem bauen Mutter und Kind eine innige Beziehung zueinander auf- bei Kühen wie bei Menschen.

In der Milchindustrie wird das Kalb sehr früh von der Mutter gerissen, meist in den ersten Stunden oder wenige Tage nach der Geburt (3). Getreu dem Mutterinstinkt sucht die Mutter ihr Kleines oft noch lange Zeit- vergebens. Welche emotionalen und psychischen Folgen dieses Entreisen für das Baby hat, muss wohl nicht weiter ausgeführt werden.

6. Männliche Kälber werden Kalbsfleisch

Egal ob männlich oder weiblich, kein Kalb hat Glück. Die männlichen Kälber sind nicht rentabel, weil sie keine Milch liefern. Deshalb werden sie schnell geschlachtet (Kalbsfleisch) oder entsorgt. Denn bei den Preisen die wir für Fleisch zahlen, muss der Landwirt aufpassen, kein Minusgeschäft zu machen. Den weiblichen Kälbchen ergeht es aber auch nicht besser. Denn sie treten in den Zyklus ein, den schon ihre Mütter durchlaufen, als Milchkuh.

7. Eier aus bedenklichen Umständen

Legehühner sind ein weiterer Teil einer Tierindustrie, die nach Gewinnmaximierung strebt. Das Leben einer Henne ist auf Leistung getaktet, die Henne selbst so gezüchtet. Sie legt fast 300 Eier im Jahr, fast jeden Tag eines. Das ist so anstrengend, dass sie schnell die Lebenskraft verliert. Nach einem Jahr werden die Eier unförmiger oder brüchiger. Das führt zu verschlechterten Lager- und Transporteigenschaften und entspricht zudem nicht den Wünschen der Konsumenten. Die sogenannte Legeleistung nimmt rapide ab. Damit ist das Schicksal der Henne besiegelt, sie muss weichen für eine neue Legehenne. Nach 18 Monaten ist Schluss (4). Unter normalen, stressfreien Umständen können Hühner 10 bis 15 Jahre alt werden.

Eintagsküken

Quelle: chick.org

8. Eintagsküken

Die Eierindustrie ist nicht romantisch oder liefert einfach so Eier. Auch hier werden täglich Millionen (!) Tiere getötet. Nach dem Schlüpfen wird festgestellt, welches Geschlecht das Küken hat. Das nennt man Sexen. Es sind meist 50 % je Geschlecht. Da nur weibliche Hühner Eier legen und männliche Küken einer Legehennen-Rasse aus wirtschaftlicher Sicht „wertlos“ sind, werden die männlichen Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet. Denn die Männchen der Lege-Rasse können keine Eier legen und müssen zuviel fressen, um ordentlich Fleisch anzusetzen, das gut verkauft werden kann. Das rentiert sich nicht. Die männlichen Kücken werden oft bei lebendigem Leib geschreddert, vergast oder einfach lebend im Müllsack entsorgt (5).

9. Tiertransporte

Auch hier spiegelt sich der Charakter dieser Industrie wieder. Jede Investition in den Transport der Tiere würde die Industrie unrentabel machen. Deshalb läuft auch der Transport zum Schlachter unter dem minimal möglichen Aufwand für die Tiere ab. Für den Transport zum Schlachthaus wird es für viele Tiere noch enger als es das ganze Leben eh schon war. Schweine, Kühe und Hühner werden zu Hunderten oder Tausenden auf Fahrzeuge gequetscht, oft auch unter der Zuhilfenahme von Gewalt. Die Fahrt ist oft lange und weit, Futter und Wasser gibt es selten, Schutz vor der Kälte oder Hitze auch nicht. Einige Tiere tragen durch die Enge und das Quetschen schlimme Verletzungen davon oder kollabieren schon vor der Ankunft im Schlachthaus.

Tiertransport bei Hitze

Quelle: FAZ

10. Tierwohllabel reicht nicht aus

Der Ursprung des Gedankens ist löblich. Den Tieren soll es besser gehen. Aber ein Tierwohllabel schafft das nicht. Das Label verspricht zum Beispiel mehr Platz und soll so das Leben der Tiere angenehmer machen. Hier sieht man den herkömmlichen und den nach Tierwohllabel-Standard angegebenen, neuen Platz in der Schweinehaltung. Siehst du den Unterschied? Wohl kaum. Glaubst du, es macht einen Unterschied für das Schwein? Würde es für dich einen machen? Die Antwort ist klar. Vegan zu leben ist auch hier eine Lösung.

11. Einfach nur die Zahlen

Schon der Anblick der Zahlen sollte zu einem Umdenken animieren. Vieles was hier steht ist unheimlich. Die Zahlen über getötete Tiere sind zu groß, als dass die meisten Menschen sie überhaupt fassen und bewerten könnten. Es gibt nur wenige so zahlen-affine Menschen. Spätestens beim Anblick dieser Zahlen sollte klar werden, dass das Ausmaß der Tötung von fühlenden Lebewesen einen Grad erreicht hat, der nicht zu ignorieren ist. Zu was machen diese Zahlen uns Menschen? Was werden zukünftige Generationen über unsere Generation sagen- in 50, 100 oder 200 Jahren?

In Deutschland werden jährlich circa 800 Millionen Tiere getötet. Das sind 2,2 Millionen Tiere, jeden Tag. Das sind 92000 Leben jede Stunde und 1500 getötete Tiere jede Minute (6). Alleine in Deutschland.
Genommene Leben

Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung- Fleischatlas 2018

12. Vegan statt schönreden mit Bio

Fleisch mit Biosiegel macht insgesamt gerade mal 2 % des gesamten Konsums aus, befindet sich also trotz zunehmender Forderungen nach Transparenz und mehr Tierwohl seitens der Verbraucher auf niedrigem Niveau (7). Die Werte und das Handeln sind hier nicht deckungsgleich.

Kognitive Dissonanz

Außerdem bedeutet ein Biosiegel nur kleine Verbesserungen, selbst wenn mehr Menschen tierische Produkte und Fleisch mit Biosiegel kaufen würden. Bei pflanzlicher Kost ist der Effekt schon messbarer, denn es werden keine Pestizide oder künstliche Mineraldünger verwendet. Bei tierischen Produkten ist der tatsächliche Unterschied häufig geringer bis kaum verhanden.

So bekommen die Tiere durch ein Biosiegel häufig mehr Platz zugesprochen. Doch ein paar Quadratzentimeter mehr je Henne macht das Tierleben in der Industrie nicht messbar lebenswerter. Unterschiede zwischen bio und konventionell sind daher oft gering, besonders bei EU-Bio.

Der Tenor bleibt insbesondere bei tierischen Produkten meist der gleiche. Bio ist zwar „besser“ als konventionell und ein Schritt in die richtige Richtung. Doch Bio ist trotzdem nur eine Nuance: Das Ausmaß der Tier(aus)nutzung und des Leids, das die Tiere über ihr ganzes Leben erfahren (dazu gehören die kurze Lebenszeit, die artfremde Haltung oder die Schlachtung) bleibt dennoch auf hohem Niveau. Die „Verbesserung“ bezieht sich eher auf die numerischen Angaben- sprich die Zahlen auf dem Blatt Papier- aber weniger auf die gefühlten Lebensbedingungen für die Tiere (8).

Wenn du also etwas tun möchtest, dann ist Bio eine gute Sache. Das gilt aber eher für pflanzliche Lebensmittel. Die Bedingungen für Haltung, Tiertransport und Schlachtung sind bei „Biofleisch“ nur marginal anders oder gleich. So dass sich die Frage stellt, ob die Tiere diesen Unterschied überhaupt wahrnehmen. Wahrscheinlich nicht.

13. Der rasch steigende Fleischkonsum

Während sich die Weltbevölkerung in der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts grob verdoppelte (2,7 auf 6 Milliarden Menschen), stieg der jährliche Konsum von Fleisch auf über das 5-fache an (45 auf 229 Milliarden Kg). Weitergerechnet bis zum Jahr 2050 bräuchte die Bevölkerung der Erde zu diesem Zeitpunkt doppelt so viel tierische Produkte wie im Moment (465 Milliarden Kg Fleisch und 1043 Milliarden Kg Milch) (9). Das bedeutet auch doppelt soviel Leid.

14. Fleisch und Milch sind Haupt-Proteinlieferanten

Über die Hälfte des Proteins in unserer westlichen Ernährung kommt aus tiereischen Quellen. Das ist zuviel, für Tiere, Gesundheit und Umwelt. Eine Untersuchung die 2015 veröffentlicht wurde zeigt, dass Amerikaner 62 % des Nahrungsproteins aus Fleisch und Milch beziehen und nur 30 % aus pflanzlichen Proteinquellen. Die verbliebenen 8 % konnten in der Studie nicht zugeordnet werden  (10). In Deutschland sieht es nicht anders aus (11). Weltweit hingegen beläuft sich der Anteil an pflanzlichem Protein in der Nahrung auf 57 %. Fleisch steuert global betrachtet 18 % und Milch 10 % des Nahrungsproteins bei (12).

15. Als Mischköstler bist du für den Tod von 1000 Tieren und das Leid von vielen mehr verantwortlich

Errechnet man den Durchschnitt auf alle Mischköstler bezogen, also auf Personen, die sich auch von tierischen Produkten ernähren, so ist jeder Mischköstler in seinem Leben laut Schätzung für den Tod von 635 bis 1000 Tieren verantwortlich (6).

16. Ernährungssicherheit und Welthunger

Je mehr tierische Produkte wir konsumieren, desto weniger Menschen haben die Chance auf eine ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln. Denn der Großteil unserer Ernten wird an Tiere verfüttert und ist nicht für den direkten menschlichen Verzehr bestimmt.

Landnutzung durch Tierhaltung

Quelle: theVactory

Aufgrund von unterschiedlichsten wirtschaftlichen, sozialen und politischen Mechanismen kommen die Menschen in den Produktions- und Anbaugebieten der pflanzlichen Nahrungsmittel häufig nicht dazu, diese selbst zu verzehren, sondern müssen sie abgeben, damit diese für die Produktion von Milch, Fleisch und Eiern eingesetzt werden. Das heißt eine Ernte in Afrika, Asien oder Südamerika wird direkt nach Europa verschifft, um Nutztiere dort zu füttern. Viele Menschen leiden unter dieser Tatsache (13).

Bei direkter Nutzung der pflanzlichen Lebensmittel die unsere Erde produzieren kann, könnten bis zu 12 Milliarden Menschen satt werden (14). Im krassen Kontrast dazu stehen die Zahlen, die wir nicht übersehen dürfen. 800 Millionen Menschen leiden Hunger (15). Das heißt Jeden Tag sterben Menschen, weil sie nicht genug zu essen haben. Das bedeutet auch zusätzliche, langfristige Konsequenzen. Kinder die keine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen bekommen, sind in ihrem weiteren Leben beeinträchtigt und haben durch gesundheitliche und soziale Benachteiligung schlechtere Aussichten auf Job und Sicherheit. Das wirkt sich wiederum auf die ganze Region und das ganze Land aus. Und verschlechtert damit schon jetzt die Perspektive der nächsten Generation.

17. Umwandlungseffizienz ist schlecht

Die sogenannte Umwandlungs-Effizienz bei Nutztieren ist schlecht. Denn um pflanzliche Nahrungsmittel in die gleiche Menge an Energie oder Protein in Form von Fleisch umzuwandeln (über die Fütterung des Tieres), muss ein Vielfaches des pflanzlichen Produkts an das Tier verfüttert werden. Das heißt, von 100 verfütterten Kalorien kommen beim Schwein nur 10 Kalorien, beim Rind sogar nur 3 Kalorien über das Fleisch bei Dir an. Das sind Verluste von 90% oder mehr. Für verfüttertes Protein sehen die Zahlen bei diesem Beispiel sehr ähnlich aus. Ergo werden Protein und Energie in verfütterten Lebensmitteln größtenteils ungenutzt ausgeschieden, verstoffwechselt oder dienen dem Aufbau des Skeletts und anderen Teilen des Tieres, die nicht genutzt werden. 

Was wandert in den Müll

Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung- Fleischatlas 2014

Nutzt Du zum Beispiel Pflanzen anstatt Rindfleisch als Proteinquelle, so könnten 9-mal so viele Menschen Ihren Proteinbedarf über die verfügbare pflanzliche Nahrung decken (9).

18. Das meiste wird verfüttert

Durch diese schlechte Umwandlung bei der Verfütterung an Tiere gehen über 90 % Prozent der Soja Ernte für Europa als Tierfutter drauf. Für den menschlichen Verzehr werden in Europa verschwindend geringe 0,7 % des insgesamt verbrauchten Sojas eingesetzt (16). Artikel link soja

Diese ineffiziente Umwandlung von Pflanzen- in Tierprotein macht die Fleischproduktion verantwortlich für einen unverhältnismäßig großen Anteil an Lebensmittelverschwendung. Im Jahr 2000 wurden 617 Millionen Tonnen Getreide als Futter eingesetzt. Durch die ineffiziente Umwandlung wurden so 500 Millionen Tonnen Getreide für die menschliche Ernährung vergeudet (9).

19. Tierhaltung befeuert Soziale Ungleichheit und Hunger auf der Welt

Die Umwandlung von pflanzlichen Kalorien in tierische verbraucht große Flächen Land und immense Mengen an Trinkwasser und fossiler Energie (zum Beispiel für Düngemittel). In Kombination mit dem bestehenden Bevölkerungswachstum gefährdet der Konsum von tierischen Produkten die Welternährung. Denn oft werden Preise der pflanzlichen Grundnahrungsmittel, die wichtig sind für die Bevölkerung, durch die globale Nachfrage nach Tierfutter aus Mais, Soja oder Weizen nach oben getrieben.

20. Export und Subventionierung gefährdet einheimische Bauern

Import und Export macht es vielen schwer. Einheimische Produzenten können oft nicht mit billigen, europäischen Importen von Milch und Fleisch mithalten. Denn diese Nahrung wird in Europa in riesigen Massentierhaltungsanlagen unter Subventionierung produziert. Da die Produktionskosten (durch Subventionierung) schon vorher gedeckt sind, werden die restlichen Teile des Tieres, die der westliche Europäer nur selten isst, billig in Entwicklungs- und Schwellenländer verscherbelt. Und bringen die dort einheimischen Produzenten in Bedrängnis.

Export bedrängt

Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung- Fleischatlas 2018

21. Landgrabbing zerstört Existenzen

Das sogenannte Landgrabbing spielt eine traurige Rolle. Einheimische oder Bauern, deren Lebens- und Existenzgrundlage das Land ist, werden von großen Unternehmen, Konzernen oder Regierungen vertrieben und verdrängt. Dieses Land wird dann als Weidefläche oder Anbaufläche für Futtermittel genutzt (17).

Beteiligte Nationen

Quelle: Borras et al., 2017  Landgrabbing und Menschenrechte. FIAN

Landgrabbing zerstört

Eine Familie steht vor den Überresten ihres Hauses, das während einer Vertreibung in Mubende (Uganda) zerstört wurde. Quelle: Borras et al., 2017  Landgrabbing und Menschenrechte. FIAN

Betroffene

Quelle: Borras et al., 2017  Landgrabbing und Menschenrechte. FIAN

Landgrabbing vertreibt

Eine sambische Frau zeigt das von ihrem Dorf ehemals genutzte Land, welches nun von Agrivision beansprucht wird Quelle: Borras et al., 2017  Landgrabbing und Menschenrechte. FIAN

22. Düstere Zukunftsprognose

Immer noch 800 Millionen Menschen sind nicht ausreichend versorgt, obwohl genug Lebensmittel für alle auf der Erde produziert werden. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen schätzt: Um alle Menschen im Jahre 2050 zu versorgen, müssen bis dahin 70 % mehr Lebensmittel hergestellt werden (18). Gleichzeitig schwinden aber Ressourcen wie Wasser und Energie, und die Böden werden zerstört. Währenddessen nimmt der Fleischkonsum vielerorts noch zu. 

Protein Hochrechnung

Quelle: Aiking 2011, Future protein supply

Die Experten sind sich einig: Die Versorgung aller Menschen und unserer Nachfahren ist vielleicht machbar, wenn der Fleischkonsum in Industrienationen wie Deutschland abnimmt und in aufstrebenden Ländern nicht bis auf unser Niveau heranwächst.

23. Steigende Getreidepreise auch in Zukunft

Aufgrund dieser Verknappung der Nahrungsmittel durch Bevölkerungswachstum sehen Vorhersagen massiv steigende Getreidepreise bis 2050 (19). Hier sind Konsumenten wie Du und ich, aber auch Läden, Verkäufer, Hersteller, Landwirte, NGOs und Entscheider aus Politik und Industrie gefragt. Denn eine Vorgehensweise die steigende Lebensmittelpreise nicht bekämpft, wird hauptsächlich die Armen schädigen und den Welthunger vergrößern (9).

24. Wir brauchen eine gesellschaftliche Transformation

Um die Nahrungsmittelproduktion und Sicherheit nachhaltiger zu gestalten, braucht es gesellschaftliche und industrielle Transformation. Der Austausch von tierischem Protein in der Ernährung gegen pflanzliches ist ein vielversprechender Ansatz (20). Das belegt zum Beispiel das PROFETAS Programm (21). Denn es zeigt, schon ein teilweiser Ersatz des tierischen Proteins durch pflanzliches kann sehr viel bewirken. Dann würden 3-4 Mal weniger Land und Trinkwasser benötigt- insgesamt ließe sich der Wasserverbrauch auf diesem Wege sogar 30-40-fach verringern (19).

25. Klimawandel macht den Anbau von Pflanzen schwieriger, unberechnbarer und anfälliger

Die Tierindustrie ist für mehr Treibhausgase als alle Autos und Flugzeuge weltweit verantwortlich (22–24) je nach Quelle und Berechnung sogar für mehr Treibhausgase als alle anderen menschlichen Ursprungs (25)

Treibhausgase Tierhaltung

Treibhausgase Ausstoß durch Tierhaltung. Direkt vom Tier in rot. Quelle: Grossi et al. 2019. Livestock and climate change

Treibhausgase treiben den Klimawandel an. Durch den Klimawandel ändern sich viele Bedingungen. Wetterevents werden schwerer vorherzusagen. Dazu gehören starke Regenfälle und extreme Dürreperioden. Das Wetter tendiert dazu, extremer zu werden. Das führt zu Unsicherheit bei der Lebensmittelproduktion. Schwankungen bei den Erträgen werden wahrscheinlicher (26). Trockenheit und Dürre kann ganze Ernten vernichten und starke Engpässe oder gar Hungersnöte auslösen (27). Selbst wenn Wissenschaftler ein Model zur Berechnung der Folgen nehmen, das eine langsame Erwärmung unserer Atmosphäre vorhersagt, dann würden Mais, Soja und Baumwoll-Erträge in den USA bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 30-46 % sinken (28)!

26. Probleme bei der Pflanzenzüchtung

Zur Ertragssteigerung unserer Nutzpflanzen haben in den letzten 50 Jahren die Verbesserung des Erbguts, also die Pflanzenzüchtung, als auch die Verbesserung andere Bedingungen um die Pflanze herum, beigetragen. Einen großen Anteil an den raschen Ertragssteigerungen unserer Nutzpflanzen hatte die sogenannte Grüne Revolution. Durch den Einsatz von Maschinen, Düngemitteln und Pestiziden konnte der Ertrag massiv gesteigert werden (29). Die Landwirtschaft wurde industrialisiert. Heute gibt es viele Stimmen, die weitere, so rasche Ertragssteigerungen anzweifeln.

Ein Weg aus diesem Dilemma- wachsender Weltbevölkerung, mehr Fleischkonsum und schleppende Ertragssteigerungen- könnte die Gentechnik sein. Durch genetische Manipulation versuchen Forscher, die Zeit die es natürlicherweise braucht, um Pflanzen auf natürlichem Wege zu verbessern (über Kreuzung), zu verkürzen. Doch Gentechnik bringt andere potentielle Gefahren und wird von dem Großteil der Menschen kritisch gesehen (30).

Ein direkter und weniger kritischer Weg den Druck auf die Erzeugung von Nahrungsmitteln zu verringern, ist der Umstieg auf vegane Ernährung.

27. Intelligenz und Gefühle

Schweine können schwierige Aufgaben lösen, sie lieben es zu spielen, zeigen eine große Bandbreite an Emotionen und haben einzigartige Persönlichkeiten (31,32). Auch Hühner sind kognitiv und emotional in vielen Hinsichten ähnlich dem Schwein und dem Menschen (33). Kühe haben ein ausgeprägtes Sozialleben und so wie alle Säuger eine starke Bindung zu Neugeborenen.

Glückliches Schwein

Jeder der jemals näher mit einem Tier zu tun hatte oder mit einem Tier zusammengelebt hat, weiß, dass jeder Hund oder jede Katze einen eigenen Charakter hat. Durch die Nähe weiß man, wann sich das Tier freut, wann es Schmerzen hat oder wann es sich fürchtet. Tierarten wie Hunde, Kaninchen, Ratten, Meerschweinchen, Papageien und viele mehr können unter dem Verlust eines Mitstreiters sehr leiden, ähnlich zu uns Menschen. Wieso gelten diese Eigenschaften nur für Haustiere?

28. Speziezismus

Wieso verspeist man die eine Spezies und spricht ihr jegliche Gefühle und Schmerzempfinden ab (Schwein, Rind, Huhn etc) und legt sich abends mit dem Hund oder der Katze ins eigene Bett? Ganz zu schweigen von dem Skandal der sich ergibt, wenn in Deutschland auch nur von Hunden gesprochen wird, die verspeist werden. Da werden andere Kulturen schnell als unmenschlich und barbarisch abgestempelt. Fakt ist: Alle Tiere sind liebenswert, haben Gefühle und sind empfindsam. Vegan sein bedeutet alle Tiere gleichermaßen zu schätzen und zu respektieren.

Den Lebewesen jegliches Bewusstsein und Leidensfähigkeit abzusprechen, die man selbst verspeist, das bezeichnet Melanie Joy als Karnismus. Die irrationale Ideologie unserer Kultur der Tierprodukte, die Verdrängung und Wegsehen fördert (34).

29. Tiere empfinden Schmerz

Säuger wie Hunde, Schweine, Katzen oder Kühe sind alle mit einem Nervensystem und den dazugehörigen Botenstoffen ausgestattet, die die Wahrnehmung von Schmerz möglich machen. So wie wir Menschen. Ob die Tiere diesen Schmerz exakt wie wir empfinden, das lässt sich natürlich nur schwer überprüfen.

trauriger affe
empfindsame robbe
Betrübtes Schwein
Niedergeschlagener Hund

Aber auch wenn diese Tiere keine Sprache und Wege haben, sich genau so auszudrücken wie wir, kann man erkennen, dass sie Schmerz empfinden.

Haustiere wie Hunde können Phantomschmerzen durch ein amputiertes Bein empfinden, so dass sie nachts jaulend auf dem Schlaf gerissen werden und nach ihrem verlorenen Bein suchen (35).

Schmerz bei Tieren wird mit denselben Eigenschaften begleitet wie bei uns: weniger Aktivität, Schonung, Trägheit, weniger Appetit.

Weil für Kleinkinder ähnliches gilt wie für Tiere- auch sie haben Schwierigkeiten, sich verbal mitzuteilen- gibt es eine Skala über welche Gesichtsausdruck und Gesichtsmerkmale mit Schmerz assoziiert werden können. Diese Grimassen-Skala funktioniert auch bei Tieren. Wissenschaftler haben solch eine Skala für Hasen entwickelt. Hasen die Schmerz verspüren verhärten ihre Barthaare und Backenregion, verschmälern die Augen und ziehen die Ohren scharf nach hinten (36).

Kaninchen Gesicht

Keating et al. 2012. Evaluation of EMLA cream for preventing pain during tattooing of rabbits

Auch das Nervensystem von Fischen ist dazu da, um auf Schmerzen zu reagieren. Wie unseres, oder das Nervensystem von Säugern oder Vögeln, arbeitet das Nervensystem von Fischen mit Botenstoffen wie Endorphinen. 

Endorphine sind natürliche Schmerzmittel, die die erfahrenen Schmerzen lindern können. Fische haben viele Schmerzrezeptoren im Bereich des Kopfes und des Mauls, gerade dort wo häufig der Haken des Fischers ansetzt (38). Auch wenn Fische keine Grimassen ziehen und schreien können, so verhalten sie sich doch ähnlich wie Lebewesen unter Schmerz durch die Einwirkung von schmerzauslösenden Chemikalien: sie verlieren ihren Appetit, ihre Kiemen schlagen schneller und sie reiben die betroffenen Körperstellen am Rand ihres Aquariums.

Fisch Haken im Maul

Evolutionär gesehen ist Schmerz ein wichtiges Merkmal. Denn Schmerz zeigt uns, dass ein Problem vorliegt. Damit ist es ein wichtiges Werkzeug zum Überleben. Schon aus dieser Sicht betrachtet würde es wenig Sinn machen, dass eine ganze taxonomische Klasse wie Fische oder Reptilien auf einmal diese Fähigkeit, Schmerz zu fühlen und dann zu reagieren, verloren hat.

Pflanzen fühlen nichts

Quelle: theVactory


Das waren 29 Gründe der Ethik um vegan zu leben. In Teil 2 der 100 Gründe Serie erfährst du, warum es aus Sicht der Umwelt dringend notwendig ist, vegan zu leben.

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Literatur

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  • 16. Oktober 2019
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