Essensideen
Zuletzt aktualisiert Februar 26, 2021

Früher gab es Abende, da hatte ich tierisch Hunger.

Voller Kühlschrank, aber kurz vor dem Verzweifeln.

Gut bestückte Vorratskammer, aber nichts passte zusammen.

Essensideen Fehlanzeige.

Auch 20 Minuten Rezeptsuche auf Chefkoch und Blogs führte nur zu noch mehr Bauchgrummeln und Unmut.

Das eine Rezept verlangt nach Seidentofu, dabei hab ich nur Räuchertofu da.

Ein anderes Rezept nutzt Kidney-Bohnen, natürlich hab ich nur Weiße Bohnen.

Es war zum Haare raufen.

Kochen ohne Einkaufen

Ich bekam nicht einmal irgendeine Mahlzeit hin. Trotz der reichlich Lebensmittel in Kühlschrank und Vorratskammer.

Der Gedanke daran, mit der Mahlzeit auch noch alle notwendigen Nährstoffe abdecken zu müssen, gab mir den Rest.

Verzweiflung bis Resignation machte sich breit. Vielleicht bestell ich einfach was. Also essen ohne kochen. Ganz selten gab es sogar kochen ohne essen.

Oder ich ess‘ noch ne Banane und ab ins Bett.

Rezepte klauen Zeit, Geld und Nährstoffe

So oder so ähnlich lief so mancher Abend bei mir ab.

Letztlich waren es nicht nur Abende sondern Jahre. Jahrelange Unflexibilität und Einschränkung.

Immer die gleichen, zeitintensiven Abläufe.

Was koche ich, welches Rezept nehme ich und dann erstmal los zum Einkaufen, und zwar genau das was im Rezept steht.

Das war nicht nur ein andauernder Zeitfresser, sondern auch ein Geldfresser. Stets kleine Mengen von speziell benötigten Zutaten besorgen ist nun mal teurer als Großpackungen.

Dazu die Unsicherheit bezüglich Nährstoffen. Welches Rezept ist gut, um viel Eisen und Zink abzudecken? Es fehlte die Konsistenz in der Planung und der Versorgung.

Wenn ich ehrlich bin, dann hab ich in dieser Zeit mehr Lebensmittel verkommen lassen als jemals zuvor. Manchmal hab ich sie im Rezepte-Dschungel einfach nicht unterbringen können.

Kochen ohne Rezepte für mehr vegane Selbstbestimmung

Heute glaube ich, dass viele Menschen vor diesem Problem stehen.

Ganz besonders, wenn zusätzlich eine Veränderung in der Ernährung ansteht, so wie die, hin zu einer pflanzenbasierten oder veganen Ernährung.

Dann fällt der alte Erfahrungsschatz weg, der Pool an gewohnten Mahlzeiten ist größtenteils unbrauchbar, wenn die Mahlzeit nicht einfach in pflanzlich umzuwandeln ist.

Die Jagd nach dem goldenen Rezept beginnt. Wo ist das einfachste Rezept für lecker, günstig und gesund? Das beste Rezept für knusprig, schmelzend und saftig?

Manche sind geradezu abhängig von Rezepten. So wie ich damals.

Kochen ohne Rezepte

Das hört sich albern an, aber es ist schon was dran.

Die Versteifung auf Rezepte verhindert ein selbstbestimmtes Essen.

Ohne Rezept gibt es nichts Gescheites, und mit, schon gar nichts was ich wirklich brauche.

Fokus auf Rezepte anstatt auf Lebensmittel und die eigene Lust kann die Umstellung auf pflanzenbasiert unnötig in die Länge ziehen und erschweren.

Kochen ohne Einkaufen als Ideal

Rezepte sind nicht schlecht. Sie sind toll um etwas zu lernen, ein Gefühl dafür zu bekommen. Sie sind die erprobte Blaupause und können ein Quell für neue Ideen sein.

Aber sie haben den Nachteil, dass du dich zu sehr abhängig machen kannst.

Was passiert, wenn man ein Kind stets an die Hand nimmt, es überfürsorglich behandelt und keinen Raum lässt, für eigene Erfahrungen und Verantwortung?

Genau, es wird sich schwer tun, selbständig und eigenverantwortlich zu denken und zu handeln. Später wird es dazu neigen, sich abhängig zu machen, weil es keinen Zugang zur Selbständigkeit hat.

Mir geht es um die Chance, die eine andere Herangehensweise beim Kochen bringt. Kochen ohne Rezepte und kochen ohne Einkaufen als erstrebenswertes Ziel.

Was soll ich vegan kochen ohne Rezept?

Die Lösung für mich ist die integrierte und intuitive Herangehensweise.

Sie ist langfristig befriedigender und weitaus effizienter.

Sie schult den Blick nach innen. Sie lehrt mich, was ich selbst wirklich brauche und möchte.

Ich spare Zeit und Geld und es fällt mir leichter, meine Nährstoffe abzudecken.

Denn auch das Lebensmittel rückt in den Mittelpunkt.

Das alles passiert nicht von heute auf morgen.

Du wirst nicht morgen schon deinen verstaubten Kühlschrankinhalt in Gourmetschnitten verwandeln, wenn du zuvor sogar das Rezept für Haferflocken mit Milch gegoogelt hast.

Doch schon dein Bewusstsein für den anderen Weg kann alles verändern. Mittel- bis langfristig ist, wie überall im Leben, fast alles möglich.

Nachfolgend habe ich ein paar Ideen für dich gesammelt, wie du deine Abhängigkeit von Rezepten reduzieren kannst, Essensideen aus dem Nichts findest und dich selbst damit begeisterst.

Was soll ich essen – System für essen ideen

Was sind deine Lieblingslebensmittel?

Horche in dich hinein und überleg dir, welche Lebensmittel du besonders gerne magst. Einfach von deiner Lust und deinem persönlichen Geschmack her. Wenn du hier einige hast, dann sind die schonmal fester Bestandteil deiner zukünftigen, alltäglichen Ernährung.

Bei mir sind das zum Beispiel Haferflocken, Leinsamen oder Kichererbsen. Ich kauf mir gleich größere Mengen dieser Lebensmittel und spare damit Zeit und Geld.

Mit welchen Lebensmitteln deckst du am besten deine Nährstoffe ab?

Du möchtest auf Eisen oder Zink acht geben? Dann such‘ dir deine persönlichen Nährstoffbomben heraus. Ich hab deshalb immer Kleie (Eisen, Zink etc..) oder Blattgemüse (Kalzium, Kalium etc..) da. Ganz unabhängig von Rezepten oder bestimmten Mahlzeiten baue ich die täglich in meine Ernährung ein.

Baue dir einen Pool

Nutze die Auswahl dieser zuvor erarbeiteten Lebensmittel, um dir einen Lebensmittel-Pool zu bauen. Das bedeutet, du hast sie standardmäßig vorrätig und kannst dich nach Lust und Laune an dieser Basis bedienen. Mach kochen ohne Einkaufen zum normalsten der Welt.

Skills und Techniken

Es sollte dir weniger um Rezepte gehen, als um Abläufe. Wie macht man eine gute Sauce, wie einen guten Eintopf, wie brät man richtig an? Was ist das Prinzip hinter einem guten Rührkuchen? Je besser du diese Techniken drauf hast, desto austauschbarer werden die Rezepte und die verwendeten Lebensmittel. Und schwupps, kannst du deine Lieblingslebensmittel einfügen. Oder einfach die, die du gerade daheim im Kühlschrank oder deiner Vorratskammer hast.

Heute lese ich fast keine Rezepte mehr.

Außer mal an Weihnachten oder für allgemeine Inspiration.

Und dann genieße ich das Besondere daran, inklusive des kompletten Aufwands.

Im Alltag jedoch fahre ich intuitiv vegan um Längen besser.

Für Befriedigung, Geldbeutel und Nährstoffe.


Hier geht's zum Übersichtsartikel für alle Blockaden deiner Selbstregulation in der Ernährung.

Sebastian

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Über den Autor

Ich bin Gründer von Mindfulplate und Dankbars, und über die letzten Jahre habe ich verschiedene Bücher, Artikel und Kurse erschaffen, um andere zu einer mutigen Ernährung zu inspirieren. Daneben verbringe ich die meiste Zeit damit, zu lesen, zu lernen und Fähigkeiten zu entwickeln, damit ich anderen Menschen helfen kann, ihre zu entwickeln. Auf Mindfulplate möchte ich dir helfen, eine selbstbestimmte, vegane Ernährung zu erreichen. Lies mehr über meine Story hier.

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