Mediensucht und Selbstbestimmung
Zuletzt aktualisiert Februar 16, 2021

Gerade einmal fünf Monate ist Emma alt und sie weiß schon ganz genau, was ihr gut tut: Sobald sie satt ist, dreht sie den Kopf weg und verweigert jeden weiteren Löffel. Verwundert erzählt mir meine Schwester zudem, dass ihr Kind die fleischlosen Gemüsegläschen lieber mag als Breie mit Rind oder Huhn.

Jeder von uns hatte einmal diese Fähigkeit, auf unsere Körpersignale zu hören. Gegen sie anzukämpfen kommt Emma nicht in den Sinn. Doch im Laufe unseres Lebens verblasst unser Vertrauen in dieses angeborene Körperwissen – wir glauben eher der Informationsflut die auf uns einströmt, als uns selbst. Viele Menschen leiden unter dieser Mediensucht.

Unsere Mediensucht als Blockade der selbstbestimmten Ernährung

Fleisch und Fisch gehören zu einer ausgewogenen Ernährung; dank Milch entwickeln wir starke Knochen. Was ich einst in meiner Kindheit durch Fernsehwerbung lernte, erreicht mich heute auf weitaus vielfältigeren Wegen: YouTube-Ads, Banner-Werbung auf Webseiten oder Influencer in den sozialen Netzwerken, die scheinbar genau wissen, was mein Körper benötigt, um sich wohl zu fühlen.

Dabei ist das einzige, was ich brauche, um mich richtig zu ernähren… ich selbst.

Wie meine Nichte mir immer wieder beweist, kommen wir Menschen mit einem angeborenen Kompass zur Welt, was Ernährung angeht. Zu viel Medienkonsum oder die Mediensucht vieler verzerrt diese Fähigkeit im Laufe unseres Lebens, führt zur Bildung von Blockaden und verwehrt uns immer mehr die Fähigkeit, selbstbestimmt zu leben.

Medienkonsum Bewusstsein

Dein Bewusstsein dafür ist der erste Schritt

Wir alle leiden unter Blockaden. Schuld daran sind wir nicht – doch wenn wir erkennen, wie sie uns einschränken und dann untätig bleiben, dann sind wir in der Verantwortung.

Derweilen ist es gar nicht kompliziert, sich der Manipulation durch Medienkonsum zu entziehen. Keine Sorge, ich möchte hier kein Patentrezept liefern – Rezepte sind generell nicht mein Ding.

Mir geht es hier darum, Möglichkeiten aufzuzeigen, Denkanstöße zu bieten. Einer davon wird dir sicherlich helfen, deine Blockade zu knacken:

Möglichkeit 1: Beginne den Tag ohne Medienkonsum

Es gab eine Zeit, in der ich gleich nach dem Aufwachen erst einmal mein Handy zur Hand nahm. So begann mein Tag mit den Ansichten anderer Menschen – für mich blieb kein Raum. Inzwischen konzentriere ich mich in meiner Morgenroutine explizit auf mich selbst. Yoga, Morgenseiten, wach werden mit einer Tasse Tee… Probier aus, welche Routine dir am besten gefällt!

Möglichkeit 2: Hinterfrage die Quellen

Ob Werbeclip oder Aussage eines Influencers – eine gute Devise ist es, nichts ohne Prüfung zu vertrauen. Dabei musst du dich nicht unbedingt durch akademische Artikel quälen, oder recherchieren, wer eine Kampagne finanziert. Für mich war es schon enorm hilfreich, mit kritischer Perspektive an Inhalte ranzugehen.

Möglichkeit 3: Nimm Inhalte bewusst wahr

Natürlich wäre die einfachste Lösung, gar keine Medien mehr zu konsumieren. Doch in der heutigen, vernetzten Welt ist das kein praktikabler Ansatz. Schließlich gibt es auch positive Aspekte!

Deshalb bedarf es Achtsamkeit: Bist du einer Mediensucht verfallen? Welche Inhalte nimmst du auf? Wie wirken sie auf dich? Welche Assoziationen wecken sie? Wie fühlst du dich nachher? Dadurch reaktivierst du deine angeborenen Fähigkeiten zur Selbstregulation und hörst auf, den Inhalten auf den Bildschirmen blind zu vertrauen.

Jetzt bist du dran: Welche Möglichkeiten fallen dir noch ein?

Es sind sicher mehr, als du denkst.

Denn am Ende des Tages weißt du am besten, was du brauchst!

Hier geht's zum Übersichtsartikel für alle Blockaden deiner Selbstregulation in der Ernährung.

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Jay Pendragon

Über den Autor

Jay lebt pflanzenbasiert und ist seit über 15 Jahren kreativ tätig. Von Blog-Artikeln über Werbetexte bis hin zu eigenen Büchern – kein Genre ist vor Jay sicher. Als offen queere und diverse Person setzt sich Jay in eigenen Werken und Drehbüchern für eine inklusivere Medienlandschaft ein.

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