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Gelegentliches Bauchgrummeln ist normal. Hier eine kleine Blähung und dort etwas Bauchdrücken ist voll im Rahmen. Zumindest habe ich mich so verhalten. Denn irgendwie wurden diese Symptome schon zu meinem Alltag, ohne dass ich sie richtig hinterfragt hätte. Doch dann hörte ich auf meinen Körper, nutze einen Trick und fand Erstaunliches.

Der Bauch schmerzt

Völlegefühl, viel Luft im Bauch und Schmerzen. Es ist sehr unangenehm. Meist wurde der Schmerz mehr, wenn ich die Luft nicht raus lies. Doch das ist schwer am Arbeitsplatz oder unter Menschen. Es ist sehr anstrengend, kräftezehrend trifft es gut. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum ich die Symptome soweit ignoriert habe. Eine Art ausblenden um etwas Ruhe zu haben. Soweit, dass ich die Beschwerden nicht mehr bewusst wahrnahm.

Zum Glück hat eine schlimmere Episode dieser Beschwerden sie wieder in meinen Fokus gerückt. Ich habe angefangen, auf meine Empfindungen zu achten und Dinge ausprobiert. Letztlich habe ich mir und meinem Körper damit einen fantastischen Dienst erwiesen.

Ich mag Kaffee

Ich mochte Kaffee schon immer gerne. Wegen des Geschmacks und der Wirkung. Ob morgens oder nachmittags, Kaffee vor dem Sport oder um den Appetit zwischen den Mahlzeiten etwas zu zügeln. Einfach immer lecker. Aber ich wusste schon länger, dass ich stark darauf reagiere. Auch bei regelmäßig zwei Kaffees am Tag katapultiert mich der erste immer in einen Rausch. Kaffee im letzten Tagesdrittel ist Tabu, weil der Effekt so lange bei mir anhält.

Geholfen bei der Einschätzung und dabei, mein Problem in Luft aufzulösen (irgendwie ironisch), hat mir neben Achtsamkeit auch die Wissenschaft. Denn sie besagt, dass jeder anders auf Kaffee reagieren kann, weil Menschen unterschiedliche „Kaffee-Gene“ besitzen (Yang, Palmer and Wit, 2010; Erblang et al., 2019). Eine Bestätigung, dass ich mir die starke Wirkung nicht einbilde und es eine Erklärung dafür gibt.

Durch die Wissenschaft weiß ich auch, dass Gerbstoffe und andere Pflanzenstoffe im Kaffee die Verdauung beeinflussen (Hurrell, Reddy and Cook, 1999). So kann Kaffee die Aufnahme von Eisen behindern (Lynch, Morck and Cook, 1983). Heute ist mir klar, diese stimulierenden und verdaulichen Eigenschaften von Kaffee sind wahrscheinlich mit meinen Beschwerden verknüpft. Doch das war es damals nicht. Als die Beschwerden gehäuft auftraten, fing ich an, zu testen. Ich fand das Problem schnell über folgenden Trick heraus.

Mit Fasten zurück zum Nullpunkt

Da ich regelmäßig faste, hatte ich den perfekten Einstieg zum Testen. Durch das Fasten war alles auf null gestellt. Der Magen war leer, der Darm war leer und die Aufmerksamkeit für das Befinden durch essen und trinken war geschärft. Ich testete zu allererst Kaffee, denn der schien mir am wahrscheinlichsten. Wenn ich dann Kaffee trank, führte das gehäuft zu Beschwerden im Laufe des Nachmittags oder Abends. Diese erste Erkenntnis war so wohltuend. Denn endlich wusste ich, was das Problem ist. Das Fenster nach dem mehrtägigen Fasten war genial, um diese Tests zu machen.

Ich teste bis heute noch. Denn ich liebe Kaffee und möchte nicht gänzlich darauf verzichten. Aber die Achtsamkeit für Befinden und Körper hat mir gezeigt, dass ich ihn mit mehr Bedacht trinken sollte. Nur weil ich etwas immer so gemacht habe oder andere das machen heißt es nicht, dass es mir gut tut. Ich glaube das ist noch viel mehr bei mir, das diesem Muster folgt.

Heute trinke ich nur noch an manchen Tagen, nicht aber an jedem. Auch Kaffee auf leeren Magen verstärkt die negativen Auswirkungen. So trinke ich frühestens nach der ersten richtigen Mahlzeit. Der letzte wichtige Faktor für mich ist Kaffee um die Mahlzeit. Kurz vor oder nach der Mahlzeit ist nachteiliger als mit größeren Abständen um die Mahlzeit.

Ich habe auf meinen Körper gehört und diese Zusammenhänge entdeckt. Heute dankt er mir mit besserem Befinden und mehr Kraft aus der Mitte. Meine Kaffeegeschichte lehrt mich, dass alles ständig im Wandel ist. Nur weil ich etwas früher besser vertragen habe, muss das nicht immer so sein. Das gilt auch für Befinden und Körpergefühl. Sie hat mir mal wieder gezeigt, wie subtil die Ernährung auf Wohlbefinden, den Körper und den Geist wirkt. Und welchen Wert Achtsamkeit für das eigene Wohlbefinden mit bestimmten Nahrungsmittel hat.


Literatur

Erblang, M. et al. (2019) ‘The impact of genetic variations in ADORA2A in the association between caffeine consumption and sleep’, Genes, 10(12), pp. 1–17. doi: 10.3390/genes10121021.

Hurrell, R. F., Reddy, M. and Cook, J. D. (1999) ‘Inhibition of non-haem iron absorption in man by polyphenolic-containing beverages’, British Journal of Nutrition, 81(4), pp. 289–295. doi: 10.1017/s0007114599000537.

Lynch, R., Morck, T. and Cook, J. (1983) ‘Inhibition of food iron absorption by coffee’, The American journal of clinical nutrition, 37(May), pp. 416–420.

Yang, A., Palmer, A. A. and Wit, H. de (2010) ‘Genetics of caffeine consumption and responses to caffeine’, Psychopharmacology, 211(3), pp. 245–257. doi: 10.1007/s00213-010-1900-1.Genetics.


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