ärzte pflanzenbasierte Ernährung
Zuletzt aktualisiert Oktober 21, 2020

Wir sehen einen nie dagewesenen Anstieg an sogenannten chronischen Zivilisationserkrankungen. Gleichzeitig gibt es viele Beweise für die Wirkung einer pflanzenbasierten Ernährung auf diese Krankheiten. Manche Studien zeigen sogar die Umkehr von bislang als unheilbar geltenden Krankheiten. Um dieses Potential zu nutzen braucht es dringend Anerkennung und Akzeptanz auf Seiten der praktizierenden Ärzte. Du brauchst einen Vegan Arzt. Dieser Artikel beleuchtet warum Ärzte keine pflanzenbasierte Ernährung empfehlen und warum sie dadurch ihrer Verantwortung nicht gerecht werden.

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Chronische Erkrankungen nehmen uns auseinander

Mehr als die Hälfte der Menschen in den Industrienationen hat zumindest mit einer chronischen Erkrankung zu kämpfen. Chronische Erkrankungen sind für circa 85 % der Gesundheitskosten verantwortlich – ein immenser Anteil. Zu diesen Krankheiten gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes Typ 2. Dennoch gelten diese Krankheiten bislang als unheilbar. Alles was die Schulmedizin, die meist auf Symptome bekämpfenden Medikamenten beruht, anbietet, ist die Verlangsamung des Krankheitsfortschritts.

Gleichzeitig eröffnet pflanzliche Ernährung viele neue Möglichkeiten der Behandlung von Patienten. Nicht nur über die Symptombekämpfung, sondern mit holistischem Verständnis. Das Ziel ist nicht nur die Verlangsamung der Krankheit, sondern die Umkehr und Heilung. Die alte neue Weisheit: die Ernährung steckt in der Wurzel vieler Krankheiten.

Warum vegan Arzt?

Westliche Ernährung mit hohem Anteil an tierischen Produkten wie rotem Fleisch, Eiern und Milch steht in Verbindung mit systemischen Entzündungen, Insulinresistenz, erhöhtem Risiko für allergische oder autoinflammatorische Erkrankungen und Krebs. Vegan bedeutet den Verzicht auf tierische Lebensmittel und mehr Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten und Samen. Darum ist diese Ernährung reicher an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Gleichzeitig ist sie frei von Cholesterin und enthält weniger gesättigtes Fett und Kalorien.

Welche Beweise gibt es dafür, dass Ärzte diese pflanzliche Ernährung tatsächlich empfehlen sollten?

Epidemiologische Daten zeigen den Zusammenhang von vegan und gesund, können aber die Ursache nicht kausal belegen. Klinische Studien greifen diese Zusammenhänge heraus und belegen sie kausal in einem definierten Experiment. Es gibt immer mehr Beweise aus klinischen Studien, die die anfänglich gemachten Beobachtungen in Bezug auf den Zusammenhang mit Ernährung belegen.

Koronare Herzerkrankungen – reversibel durch Pflanzen

Wenn es um die gefährlichste Todesursache geht, dann stehen Herzerkrankungen an vorderster Stelle. Doch Forschung von Esselsyten, Greger, Dean Ornish und Co. zeigt das große Potential durch eine pflanzenbasierte und vollwertige Ernährung für Menschen mit Atherosklerose und Herzproblemen.

In einem bekannten Versuch von Ornish konnten 91 % der Patienten zuvor anhaltende Herzprobleme durch vollwertige Pflanzenkost loswerden. Eine Kontrollgruppe sollte sich in diesem Experiment normal weiter ernähren und gezielt auf den Ratschlag des Arztes hören. Während die pflanzenbasierte Gruppe die genannte Reduktion in Herzproblemen einstrich, verdreifachten sich die Herzprobleme in der Kontrollgruppe, die auf den Arzt hörte.

Ein anderer bekannter Versuch ist der von Dr. Esselstyn. Er verschrieb 200 Patienten mit koronaren Herzerkrankungen Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Linsen, Gemüse und Obst. Öl, Milch, Fleisch, Fisch und viele verarbeitete Produkte dagegen waren Tabu. Die Studie brachte über die nächsten 4 Jahre Beobachtungszeitraum Erstaunliches hervor. Denn 93 % der Patienten konnten ihre Herzprobleme merklich verbessern, Zudem konnten 99,4 % der Patienten, trotz der bedrohlichen Ausgangslage, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod vermeiden. Aufschlussreich ist auch das Resultat bei 21 Patienten, die sich nicht an die verschriebene Ernährung hielten. Dreizehn dieser 21 Patienten mussten schwere Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall hinnehmen.

Diabetes Typ 2 ist eine Lifestyle-Erkrankung

Die Fälle von Diabetes Typ 2 haben sich seit den 80er Jahren vervierfacht. Es ist klar, dass Ernährung und Lifestyle die entscheidende Rolle spielen. Neil Bernard hat eine Reihe von Versuchen durchgeführt, die zeigten, dass vegane Ernährung Körpergewicht reduziert und Diabetes-assoziierte Blutparameter wie HbA1c verbessert.

Auch die Erkrankung der Nerven im Zusammenhang mit Diabetes mellitus, die diabetische Neuropathie, konnte durch eine pflanzenbasierte Ernährung komplett umgekehrt werden. Über lange Beobachtungszeiträume von mehreren Jahren konnte die Erkrankung erfolgreich bekämpft werden. Die Patienten blieben schmerzfrei und hatten eine immens gesteigerte Lebensqualität.

Pflanzenbasiert ist das neue Aspirin

Auch andere Erkrankungen wie Arthritis, Asthma, Hauterkrankungen oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen zeigen ähnliche Verbesserungen mit pflanzenbasierter, vollwertiger Ernährung. Die Zahl der Studien und Beweise zur pflanzenbasierten Ernährung nimmt stetig zu.

Eine pflanzenbasierte Ernährung ist ein wirksames Mittel - nicht nur zur Vorbeugung und Behandlung, sondern auch zur Umkehr von Krankheiten, die bis vor kurzem als chronisch und unheilbar galten. Chronische Krankheiten, die einst als irreversibel fortschreitend galten, können durch pflanzliche und vollwertige Ernährung tatsächlich aufgehalten und rückgängig gemacht werden.

vegan arzt

Sollte der Arzt vegane Ernährung empfehlen? Die ethische Verpflichtung

Der Hippokratische Eid verpflichtet Ärzte, Patienten vor Schaden und Ungerechtigkeit zu bewahren. Auch der Internationale Kodex für medizinische Ethik des Weltärztebundes verlangt von Ärzten, dass sie ihre Rolle bei der Aufklärung der Öffentlichkeit anerkennen sollen. Wenn es Heilungschancen gibt, sollten diese auch genutzt werden.

Bei konventionellen Behandlungsmustern nutzen Ärzte aber häufig Medikamente gegen Symptome. Sie bekämpfen nicht die Wurzel des Übels. Das belegen die steigenden Zahlen und immer mehr Menschen, die unter drastischen Einbußen ihrer Lebensqualität leiden.

Doch ein Arzt hat die ethische Verpflichtung, zum Wohle anderer zu handeln. Dazu gehört auch die Empfehlung, potentielle Schäden durch eine stark tierlastige Ernährung abzuwenden.

Wenn es für viele Erkrankungen eine Heilung gibt, wieso sollte ein Arzt nur die Symptome behandeln? Und dazu noch mit Mitteln der Pharmazie und deren Nebenwirkungen, die ökonomisch belastend und potentiell schädlich sind?

Wissenschaft von Medizin und Ernährung entwickeln sich kontinuierlich weiter. Somit ist klar, dass Fort- und Weiterbildung für Ärzte essentiell ist, um der Verpflichtung gegenüber dem Patienten gerecht zu werden. Es ist die Verantwortung des Arztes, evidenzbasierte Behandlungsoptionen anzubieten, die sinnvoll sind. Ärzte haben die Verpflichtung, dem Patienten die Wahrheit zu sagen und ihn vollumfänglich aufzuklären, zum Beispiel über die Chancen pflanzlicher Ernährung und Hilfestellung bei der Umstellung.

Da fällt mir ein persönliches Erlebnis dazu ein. Mit zarten 21 Jahren wollte ich fasten ausprobieren. Ich war vorher wegen etwas anderem bei meinem Hausarzt, aber wollte das Fasten noch angesprochen haben. Die Antwort war eine Mischung aus Belächeln und Mitleid. Wie könnte ich nur ans Fasten denken, wie blöd das wäre. Ich sollte doch lieber (O-Ton) Schweinshaxen essen und Bier trinken. Was in dem Moment wahrscheinlich nett gemeint war, offenbart das Problem Ernährung bei Ärzten.

Vielen Ärzten fehlt die Bildung

Diese Gründe legen klipp und klar dar, dass Ärzte verpflichtet sind, die Wahrheit auszusprechen.

Wissenschaft und Ethik verbieten praktizierenden Ärzten den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit zu übergehen. Nur eine gesunde Ernährung packt viele Übel an der Wurzel, und nicht ausschließlich Medikamente.

Ein Problem ist die Unkenntnis vieler Ärzte in Sachen Ernährung. Viele Ärzte haben kein ausreichendes Wissen. Sie sind nicht ausreichend ausgebildet, um Patienten Empfehlungen in Bezug auf einen gesunden Lebensstil und gesunde Ernährung zu geben.

Aber auch hier ist das keine Entschuldigung. Der Internationale Kodex für ärztliche Ethik des Weltärztebundes besagt "Wann immer eine Untersuchung oder Behandlung über die Möglichkeiten des Arztes hinausgeht, sollte er sich mit einem anderen Arzt, der über die notwendigen Fähigkeiten verfügt, beraten oder an ihn verweisen.“ Daher ist Unkenntnis keine Ausrede und sollte pro-aktiv bewältigt werden.

Dazu gehört zum Beispiel, dass vegan oder vegetarisch nicht automatisch gesund heißt. Vegane oder Vegetarische Ernährung kann gesüßte Getränke, raffiniertes Getreide, Fleischersatzprodukte, Tiefkühlgerichte, Pommes Frites oder Süßigkeiten enthalten. Solche hoch-raffinierten Lebensmittel werden mit Erkrankungen in Verbindung gebracht. Diese Differenzierung von Seiten des Arztes ist essentiell, um die oben genannten gesundheitlichen Erfolge zu erreichen. Dafür braucht es einen vegan Arzt.

Kein vegan Arzt - Fußtritt gegen Hippocrates

Trotz allem ist die pflanzliche Ernährung nicht in der standardisierten Schulmedizin angekommen. Ärzte mit einem ernährungsbasierten Ansatz werden häufig ausgegrenzt oder wenig respektiert. Ein Sinnbild dieser Verfehlungen sind viele nationale Ernährungsrichtlinien, die immer noch auf altertümlichen oder anders motivierten Überzeugungen fußen.

Wir wissen heute ganz genau, dass die vollwertige, pflanzliche Ernährung ein mächtiges Werkzeug ist.

Der Arzt, der die pflanzenbasierte, vollwertige Ernährung nicht einsetzt und sie zum Wohle des Patienten nutzt, handelt unethisch und entgegen des Eids, auf den er einst geschworen hat. Darum sollte der Arzt vegan als legitime Behandlung bestimmter Erkrankungen in Erwägung ziehen.

Was denkst du.

Sollten Ärzte mehr auf die Ernährung eingehen und sie als alternative für Medikamente einsetzen?


Sebastian

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Über den Autor

Ich bin Gründer von Mindfulplate und Dankbars, und über die letzten Jahre habe ich verschiedene Bücher, Artikel und Kurse erschaffen, um andere zu einer mutigen Ernährung zu inspirieren. Daneben verbringe ich die meiste Zeit damit, zu lesen, zu lernen und Fähigkeiten zu entwickeln, damit ich anderen Menschen helfen kann, ihre zu entwickeln. Auf Mindfulplate möchte ich dir helfen, eine selbstbestimmte, vegane Ernährung zu erreichen. Lies mehr über meine Story hier.

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