Vegan Umwelt Fakten
Zuletzt aktualisiert Juni 11, 2021

Wir Menschen sind dabei, das 6. große Massensterben auszulösen. In unserer Vergangenheit, innerhalb der letzten 500 Millionen Jahre, gab es 5 große Events des Massensterbens auf der Erde. Dem letzten sind die meisten der Dinosaurier zum Opfer gefallen. Im Kontrast zu den Millionen Jahren, die es auf natürlichem Wege gedauert hat, schaffen wir das - mithilfe der Tierindustrie - in nur wenigen Jahrhunderten. Dieser Beitrag recherchiert 19 vegan Umwelt Fakten und zeigt auf, in welchem Ausmaß die Tierhaltung Einfluss auf die Umwelt nimmt.

Vegan Umwelt Fakten - Zusammenfassung


Ausstoß von Treibhausgasen

Der COFußabdruck von Fleisch ist am größten. Rind- oder Schweinefleisch verantworten im Vergleich zu anderen Lebensmitteln den größten Ausstoß von Kohlenstoffdioxid. Die Fleisch- und Milchindustrie sorgt je nach Schätzung für 14 % bis 27 % der globalen Kohlenstoffdioxid Emissionen. Die Produktion weiterer klimaschädlicher Gase wie Methan und Lachgas bringt die Tierindustrie in Sachen Umweltbelastung auf ein Level mit dem gesamten globalen Transportsektor, Flugverkehr eingeschlossen.


Abholzung des Regenwaldes

Um den Bedarf an Land von Viehhaltung und Futteranbau zu decken, roden Unternehmen riesige Flächen, oft Gebiete die zuvor natürliche Wälder und Fauna beherbergten. Die Folgen für das Klima und die Umwelt sind vielfältig. Tierarten verlieren ihren natürlichen Lebensraum, wichtige Reservoirs für Trinkwasser werden ausgelöscht und das zuvor in Pflanzenmaterial und Boden gespeicherte Kohlenstoffdioxid wird in die Atmosphäre entlassen. Auch zukünftig fallen diese Gebiete als wichtige CO2-Speicher weg.


Klimaerwärmung und Meeresspiegel

Durch den immensen Eintrag an Treibhausgasen erwärmt Tierhaltung unsere Atmosphäre und das Meer und ist so mitverantwortlich für die Eisschmelze in Grönland oder der Arktis. Nur geringe Temperatur und pH-Veränderungen im Meer führen dazu, dass der Lebensraum vieler Tiere im Meer zerstört wird. Durch den steigenden Meeresspiegel werden zukünftig viele Küstenregionen der Erde von Überschwemmungen bedroht sein, oder einfach überflutet.


Veganismus für die Umwelt und gegen Artensterben

Gemessen seit dem Jahre 1900 sterben Tierarten unserer Erde 1 000 bis 10 000 Mal schneller aus, als bei natürlicher Sterberate. Verantwortlich sind Rodungen, Trockenlegungen, Monokulturen und Landmanagement – alles Maßnahmen, die oft die Tierindustrie zu verantworten hat. Viehzucht und Anbau von Futtermitteln sind Treiber des sechsten großen Massensterbens der Erde.


Unser Trinkwasser

Konventionelle Landwirtschaft nimmt den Großteil des Ackerbaus ein. Das ist gleichbedeutend mit einem hohen Eintrag von Stickstoff und Pestizid-Rückständen in Böden und Gewässern. Futtermittel werden fast ausschließlich konventionell produziert, somit trägt die Viehhaltung zur Verschmutzung von Grundwasser, Fließgewässern und letztlich unseres Trinkwassers bei.


Tierhaltung führt zu großen Mengen an Gülle und Mist, die entsorgt werden müssen. Oft ist die Menge zu groß, um sie als Dünger über die Felder zu entsorgen und das was ausgebracht wird, trägt Nitrat und Medikamentenrückstände in den Boden und das Grundwasser ein. Um die überschüssige Gülle loszuwerden, hat sich ein regelrechter internationaler Gülle-Handel etabliert.


Tierische Lebensmittel verbrauchen sehr viel Wasser bei der Produktion. Ausschlaggebend ist nicht das direkt getrunkene, sondern jenes Wasser, das zum Anbau des Futter-Getreides notwendig ist. Während die Produktion eines Kilos Getreide 500 bis 2000 Liter Wasser benötigt, verschlingt die Produktion von einem Kilo Rindfleisch bis zu 200 000 Liter Wasser. Im Durchschnitt verbraucht die Herstellung eines Kilos tierischen Proteins 100 Mal mehr Wasser als die Produktion eines Kilos pflanzlichen Proteins.


Böden werden zu Dreck

Fruchtbarer Boden ist die Grundlage unseres Lebens auf der Erde, der Umgang mit dieser Ressource lässt jedoch zu wünschen übrig. Die Böden der Erde verlieren Leben und Fruchtbarkeit und wieder ist die Tierhaltung mit ihrem großen Einfluss auf die Landwirtschaft beteiligt. Die Nachfrage nach mehr tierischen Lebensmitteln vergrößert Ackerbauflächen für Futter, die nach konventionellen Methoden bewirtschaftet werden.


Weltweit zu beobachtende Folgen der modernen Bodennutzung sind die Auswaschung von Nährstoffen und der Verlust wichtiger Boden-Biodiversität. Lebenswichtige Würmer, Bakterien und Pilze verschwinden aus den Böden. Von jahrzehntelang intensiv genutzten Böden bleibt meist nicht mehr als eine physikalische Struktur ohne eigenes Leben, die den über Düngemittel eingebrachten Nährstoffen halt gibt – bis sie von der Pflanze aufgenommen oder wieder ausgewaschen werden.


Global werden über 50 % unserer Böden für den Anbau von Futtermitteln beansprucht. Würden wir das weltweit von den Menschen verzehrte Protein ausschließlich aus pflanzlichen Quellen herstellen, wären nur 7 % der bislang dafür genutzten Ackerflächen nötig.

Fleisch ist das CO2-schädlichste Lebensmittel

Keine anderen Nahrungsmittel werden so CO2 schädlich produziert wie Rindfleisch (70 Kg CO2/Kg) und Schweinefleisch (8 Kg CO2/Kg). Die meisten pflanzlichen Nahrungsmittel sind durch Ihre Herstellung für weniger als 1 Kg CO2/Kg verantwortlich, wie zum Beispiel Weizen, Hafer oder Kartoffeln.

Die pflanzlichen Nahrungsmittel mit der höchsten COProduktion sind Reis (4 Kg CO2/Kg) und Soja (2 Kg CO2/Kg) 1.

ökologischer fußabdruck grafik

Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung- Fleischatlas 2018

Nach einer Schätzung könnte Deutschland durch den Austausch von Hackfleisch gegen Sojafleisch die gleiche Menge an CO2-Emissionen vermeiden, wie bis zu sieben Millionen Autos im Jahr verursachen. Und dabei bezieht sich der Austausch nur auf diese eine Fleischart!

Lachgas und Methan durch Tierzucht

Lebende Tiere produzieren neben CO2 auch andere Gase, wie Lachgas und Methan. Methan entsteht durch die Verdauung der Wiederkäuer wie Rind und Schaf. Es wird freigesetzt durch sie selbst oder durch Lagerung und Ausbringung ihrer Gülle. Lachgas wird durch Düngung mit Gülle, Mist und Mineraldünger freigesetzt.

Bezüglich der schädlichen Einflüsse in unserer Atmosphäre ist CO2 ein Fliegengewicht im Vergleich zu Lachgas und Methan. Ein Kilo Methan entspricht, bezogen auf die Wirkung für den Treibhauseffekt, 25 Kilo CO2 und 1 Kilo Lachgas entspricht sogar 300 Kilo CO2.

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Es wird sehr oft darüber gesprochen, wie klimaschädlich es ist, Lebensmittel vom anderen Ende der Welt zu uns zu transportieren. Diese Emissionen für das Futter vom anderen Ende der Welt kommen noch oben drauf.

Rodungen von Wäldern

Tiere brauchen Platz und Futter. Um Land für Weideflächen, Plantagen und den Anbau von Futter zu bekommen, wird die ursprüngliche Natur zerstört.  Wälder und Regenwälder werden gerodet, artenreicher Lebensraum wird zerstört. Diese Landnutzung ist fatal. Denn die Regenwälder der Erde, sinnbildlich auch „Grüne Lunge des Planeten Erde“ genannt, sind wichtig für die Balance des Weltklimas. Zum Beispiel durch ihre Fähigkeit, große Mengen CO2 zu speichern.

Diese Wälder binden CO2 in Pflanzensubstanz ober- oder unterirdisch (Wurzeln) und nehmen das CO2 dafür aus der Luft, wo es ansonsten zur Klimaerwärmung beiträgt 2.

Die Rodungen durch den Anbau von Soja-Futtermittel sind ein Grund, weshalb manche vegan schlecht für die Umwelt halten. Dabei werden über 90 % des weltweit angebauten Soja an Tiere verfüttert.

fleisch klimawandel

Rodungen im Amazonas Regenwald. Links im Jahr 2000, rechts im Jahr 2012. Quelle: earthobservatory.nasa.gov

fleisch klimawandel Rodungen

Trockenlegung von Feuchtgebieten

Zu den neu erschlossenen Agrarflächen für die Tierproduktion gehören auch trockengelegte Feuchtgebiete, wie Moore. Solche Gebiete, die sonst über viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte COin Form von Pflanzenmaterial aufgenommen und gespeichert haben, werden für die Viehhaltung zerstört.

Riesige Mengen an COwerden somit auf einen Schlag freigesetzt. Dieser ist dann nicht mehr aktiv von Pflanzenmaterial und Boden gebunden und wirkt nun in der Atmosphäre. Der Kohlenstoff-Kreislauf wird weiter gestört und der Klimawandel beschleunigt.

Die CO2 Speicherung geht nicht über Nacht

Bäume fällen oder abbrennen passiert in sekundenschnelle. In diesem sprichwörtlichen Augenblick wird das gesamte CO2 aus der Pflanze freigesetzt. Zudem wird das Potenzial zerstört, neuen atmosphärischen Kohlenstoff zu binden.

Bäume bestehen aus 35 % bis 60 % reinem Kohlenstoff. Ein Baum nimmt Kohlenstoff aus der Luft auf, baut es in seine Biomasse ein, unter anderem auch in die Wurzeln und speichert es dadurch.

Die Wurzeln machen meist mehr als die Hälfte der kompletten Biomasse aus. Wenn Wurzeln im Boden absterben, werden sie abgebaut und kompostiert - sie werden zu Boden. So tragen die Wurzeln aller Pflanzen Kohlenstoff in den Boden ein.

Doch Kohlenstoff in Biomasse zu binden braucht Zeit. Bis ein großer Baum gewachsen ist, dauert es 50 Jahre oder länger. Das gleiche gilt für seine Kapazität, nennenswerte Mengen Kohlenstoff zu speichern und in den Boden einzuspeisen.

Global betrachtet liegen 19 % des Kohlenstoffs der Erde in Pflanzen gespeichert vor, 81 % des Kohlenstoffs ist im Boden gebunden 3.

Die Zerstörung und die Freisetzung von CO2 geht in Windeseile voran, doch die Umkehr des Prozesses dauert im Vergleich dazu sehr lange. Wenn du jetzt vegan wirst, verbesserst du unsere Chancen trotz dieses Ungleichgewichts 4.

Vegan Umwelt Fakten zum Meeresspiegel

Tierhaltung trägt mehr zur Klimaerwärmung bei als der gesamte Transportverkehr der Erde. Damit ist Tierhaltung mitverantwortlich dafür, dass die Eisberge schmelzen und der Meeresspiegel steigt. Grönland-Eis schmilzt über die letzten 10 Jahre dreimal so schnell wie zuvor, die Antarktis schmilzt doppelt so schnell 5.

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Quelle: IPPC 2019 The Ocean and Cryosphere in a Changing Climate

Steigende Meeresspiegel gefährden alle Gebiete entlang der Küsten. Große Städte könnten punktuell durch den Aufwand von vielen Milliarden Euro geschützt werden, um damit das Risiko vor Überschwemmung zu minimieren. Ganze Landstriche, ländliche und Flussdelta-Regionen können so aber nicht geschützt werden. Das würde häufig auch Areale in Entwicklungsländern treffen 6 7.

co2 fußabdruck fleisch

Quelle: IPPC 2019 The Ocean and Cryosphere in a Changing Climate

Vegan für Umwelt und gegen Artensterben

Bevor der Mensch die Erde besiedelte, gab es fünf große Events des Massensterbens von Leben auf der Erde. Diese geschahen in den letzten 450 Millionen Jahren. Spätestens seit dem Bericht des IPBES der UN über die globale Artenvielfalt kann man ein sechstes großes Massenstreben ergänzen 8. Dieses 6. Massensterben ist gerade im Gange. Seit dem Jahre 1900 ist ein Artensterben messbar, das 1.000 bis 10.000 Mal so schnell wie das natürliche Artensterben voranschreitet 9. Verantwortlich sind aber keine kosmischen oder seismischen Ereignisse, sondern einzig die Spezies Mensch 10 11.

Für Viehhaltung durchgeführtes Landmanagement, wie Grünlandumbruch und Rodungen, nimmt vielen tausenden Arten von Tieren Lebensraum und Nahrungsgrundlage; Unsere Monokulturen, die oft Futter für Nutztiere liefern, ebenfalls.

Stelle Dir einmal vor, wie die Erde ohne Menschen aussähe - üppig und überwuchert; und im Vergleich dazu, wie heutzutage mit Monokultur - eintönig und brach. Viele Spezies, von mikroskopisch klein bis menschengroß, finden heutzutage immer schwerer Unterschlupf und Nahrung, weshalb auch hier vegan die Umwelt schont.

Vermehrter Einsatz von Pestiziden

In der konventionellen Landwirtschaft werden viele Pestizide eingesetzt, die das Artensterben beschleunigen. Was das mit Tierhaltung zu tun hat? Die allermeisten Nutztiere fressen Pflanzen und diese werden im Rahmen der konventionellen Landwirtschaft in rauen Mengen für Tierfutter angebaut. Die industrielle Landwirtschaft setzt dazu auf intensive Methoden wie Pestizide und künstliche Mineraldünger. Eine Lebensweise ohne tierische Produkte bedeutet weniger Pestizide und anorganische Dünger auf den Feldern.

Bienensterben

Manchmal wirkt ein Pestizid nicht nur auf den sogenannten Schädling, sondern auch auf verwandte Arten. Nur schaden diese verwandten Arten der angebauten Pflanze gar nicht. Das wird am Beispiel der Wirkstoffklasse der Neonikotinoide und der verheerenden Wirkung auf unsere Bienenbestände verdeutlicht 12.  Natürlich war die Motivation bei Entwicklung und Einsatz der Neonikotinoide nicht die Vernichtung der Bienenbestände. Der Einsatz von Pestiziden trägt aber trotzdem zum Artensterben bei.

Einsatz von zu viel Düngemittel

Die Stickstoff-Verschmutzung der Umwelt durch Düngemittel ist allgegenwärtig. In Gewässern führt das zu Algenblüten und anschließend zu sogenannten Todeszonen, wenn jeglicher Sauerstoff im Wasser aufgebraucht wurde.

Ein anschauliches Beispiel dafür bietet der Golf von Mexiko, mit einer 22 000 Km² großen Todeszone. Diese ist entstanden durch die Nährstoffauswaschungen eines der größten Maisanbaugebiete der Welt, des „US Corn Belts“ 13.

Vegan gegen Wasserverschmutzung

Aquakulturen mit Fischen verursachen vielerorts giftige Abwässer, die ungeklärt in die Natur gelangen. Nebenprodukte der Tierhaltung an Land sind unzähmbare Mengen an Fäkalien, die oft mit Medikamenten angereichert sind, ebenso wie die erwähnten Pestizide und große Mengen an Düngemittel auf den Feldern. Medikamente und Pestizide finden wiederum ihren Weg ins das Grundwasser und damit auch in unser Trinkwasser 14.

Nitratbelastung

Stickstoff aus Gülle gelangt als Nitrat ins Grundwasser und damit ins Trinkwasser. Die Massentierhaltung in Deutschland generiert jedes Jahr über 3 Tonnen Gülle - je Einwohner 15.

Wir haben ein Entsorgungsproblem dieser sehr stickstoffreichen Abfälle. Da es einfach ist und düngt, wird die Gülle oft auf die Felder gefahren. Doch Pflanzen und Böden können nur einen Bruchteil aufnehmen oder verwerten. Der Rest versickert und gelangt so in die Gewässer.

Die Belastung steigt immer mehr, die Messwerte, gerade auch in Deutschland, liegen oft über den festgelegten Grenzwerten. Deutschland überschritt diese Grenzwerte so regelmäßig, dass der Europäische Gerichtshof es wegen Verletzung von EU-Recht 2018 verurteilte. Das Grundwasser, unsere wertvolle Ressource für Trinkwasser, wird verschmutzt 16.

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Die Niederlande produziert zuviel Gülle um sie selbst zu entsorgen. Also wird sie exportiert, unter anderem nach Deutschland. Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung- Fleischatlas 2018

Fleisch Getreide Verhältnis beim Trinkwasserverbrauch

Der Trinkwasserverbrauch für die Produktion von Futter auf den Feldern übersteigt die Menge des direkt von den Nutztieren getrunkenen Wassers bei weitem. Die Produktion von Getreide, das auch Tiere als Nahrung verspeisen, verlangt 500 bis 2000 Liter Wasser je Kg. Für die Produktion von 1 Kg Rindfleisch hingegen braucht es bis zu 200 000 (!) Liter Wasser. Dieser hohe Rindfleisch Wasserverbrauch hängt damit zusammen, wie viel Getreide ein Tier braucht, um zu leben und zu wachsen 16.

Im Durchschnitt kostet 1 Kg Tierprotein hundertmal mehr Wasser als 1 Kg Pflanzenprotein.

rindfleisch wasserverbrauch

Auch oder gerade wegen der vorherrschenden Landwirtschaft sinken die Grundwasserspiegel und machen eine zukünftig bessere Ernte, die essenziell für die Versorgung der Menschheit sein wird, schwer bis unmöglich 16.

Böden werden zu Dreck gemacht

Unsere Art der Landwirtschaft, die zu großem Teil für die Tierhaltung stattfindet, zerstört tatsächlich den Boden. Der Boden ist eine endliche Ressource von der wir abhängen, denn unsere Nahrungsmittel sind auf Boden angewiesen. Boden ist nicht gleich Dreck, obwohl das durch unsere Behandlung des Bodens mehr und mehr zutrifft. Der Boden wird durch die moderne, intensive Landwirtschaft geschunden.

Ackerfläche Tierhaltung Bodenverdichtung

Quelle: Nachtergaele et al. 2011. Risiko für Bodenverdichtung durch die Intensität von Traktornutzung und Viehhaltung

Böden werden geschädigt, verdichtet, verpestet, Ihres Lebens und, weil sie oft brach liegen, Ihres Schutzes beraubt, von der Sonne verbrannt und vom Winde verweht. In Konsequenz werden die Böden schlechter oder immer unfruchtbarer. Der Ertrag nimmt ab.

Um den Ertrag oben zu halten wird wieder mehr gedüngt und gespritzt. So entsteht letztlich ein Kreislauf, in dem wir den Boden, unsere Lebensgrundlage, zusehends zerstören 4.

Bodenerosion intensive Landwirtschaft

Quelle: FAO- Status of the world's soil resources. Ein Sandsturm der durch Bodenerosion erst möglich wird.

Böden brauchen sehr lange um sich zu erholen

Mit den Methoden der modernen Landwirtschaft wird Boden in wenigen Jahren zerstört und ausgelaugt. Diese Böden sind zuvor Hunderte bis Tausende von Jahren gewachsen 17 um die Funktion erfüllen zu können, die so wichtig für uns ist: die Grundlage unserer Ernährung und unseres Lebens 4 18.

Boden Überweidung

Quelle: FAO- Status of the world's soil resources. Zerstörung des kompletten Oberbodens durch Überweidung.

Vegan Fakten zum Energieverbrauch

So wie es für Landfläche oder Kalorien gilt, so verhält es sich ebenfalls für Energie. Die Tierproduktion ist sehr ineffizient. Sie stellt eine doppelte Energietransformation dar. Die erste Umwandlung von Sonnenenergie und Bodennährstoffen in ein Lebensmittel findet in den Pflanzen statt und führt zur Ernte 19.

Die zweite Umwandlung geschieht in den Tieren, die Energie aus der Pflanze wird in tierische Produkte umgewandelt. Doch nur wenig der genutzten Energie landet im Endprodukt, da das Tier viel Energie für den eigenen Stoffwechsel braucht. Für uns Menschen ist diese Energie dadurch vergeudet.

Um eine tierische Kalorie aus Protein herzustellen, brauch es für Rindfleisch 40 Kalorien oder für Eier 39 Kalorien aus fossilen Brennstoffen 20 21.

Enormer Flächenverbrauch für Äcker

Würden wir die von uns benötigte Menge Protein ohne Umweg über die Tiere direkt über Pflanzen konsumieren, dann bräuchten wir nur knappe 7 % des gerade verwendeten Landes.

Von der verfügbaren Ackerfläche weltweit wird die Hälfte für den Anbau von Futtermitteln verwendet. Für den Anbau pflanzlicher Nahrungsmittel, die direkt für den Menschen bestimmt sind, wird weniger Ackerfläche genutzt.

Es wird mehr Boden für die Produktion von Futtermittel beansprucht, als für menschliche Nahrung.

Ackerfläche für Futtermittel

Rein hypothetisch würde die Abschaffung der intensiven Tierhaltung enorme Landflächen freigeben. Dazu wurde von den Wissenschaftlern Joop de Boer und Harry Aiking ein interessantes Rechenbeispiel angestellt. Einer Schätzung zufolge wird weltweit die Fläche von Europa (EU-27) für den Anbau von Futtermitteln genutzt. Diese Futtermittel resultieren bei günstiger Umwandlung in 29 Millionen Tonnen tierisches Protein, das vom Menschen konsumiert werden kann.

Wenn diese Menge an Protein direkt über Pflanzen vom Menschen gegessen wird, dann bräuchte man dafür nur die Fläche von Großbritannien; um zum Beispiel Soja anzubauen. Von den vorher benötigten 4 Millionen km² würden dann 3,75 Millionen Km² Land nicht mehr gebraucht.

Wenn man die intensive Tierhaltung abschafft würde der Bedarf an Land für die Landwirtschaft extrem zurückgehen. Dann bräuchte man für die weltweite Landwirtschaft nur noch eine Fläche die etwas kleiner ist als Europa (EU-27), soviel wie jetzt alleine für die Futtermittelproduktion notwendig ist 16 22. So könnte vegan Umwelt und Klima schützen.

Ein neues geologisches Zeitalter durch uns

Der Einfluss des Menschen auf die natürlichen Prozesse der Erde ist stark genug, um ihm ein geologisches Zeitalter zuzuordnen: das Anthropozän. Das Anthropozän begann zur Zeit der Entwicklung des Ackerbaus und der Entwaldung, vor circa 10 000 Jahren 23.

Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung Quelle: NASA.gov

Und obwohl dies geologisch betrachtet eine kurze Zeit ist, ist das Ausmaß des Einflusses beträchtlich. Durch Artensterben, Landveränderungen, massive Umweltverschmutzung, Übersäuerung der Ozeane oder große Mengen Treibhausgase nimmt der Mensch stärkeren Einfluss auf die Erde, als das durch geologische oder biologische Vorgänge innerhalb der letzten Millionen Jahre möglich gewesen wäre. Die Produktion von Nahrungsmitteln ist zentral in diesem Einfluss des Menschen und verantwortlich dafür, dass viele natürliche Prozesse aus der Balance geraten sind.

Ein zentraler Punkt ist dabei die Umwandlung von pflanzlichem in tierisches Protein. Ein Prozess der aus Sicht der menschlichen Ernährung ineffizient ist. Trotzdem wurde tierisches Protein der erste Proteinlieferant in modernen Gesellschaften 16.

Beste Sache die du selbst für Umwelt tun kannst

Umwelt vegan schützen

Das waren 19 Fakten die zeigen, wieso vegan Klima und Umwelt schützt. Fleisch, Eier, Milch und die Herstellung jeglicher tierischer Produkte belasten die Erde. Die Ökobilanz vieler Lebensmittel zeigt: die Tierindustrie trägt einen erheblichen Teil zur Zerstörung unserer Erde bei.  Den Fleischkonsum reduzieren ist gleichbedeutend mit Klimaschutz.

Jeder muss essen. Und die meisten tun das jeden Tag. Die Umstellung zu veganer Ernährung ist der effektivste Schritt, um den Klimawandel zu bekämpfen.

Hier geht es zu 29 ethischen Gründen die Veganern als Motivation dienen und 31 Fakten weshalb vegane Ernährung Gesundheit schützen kann.

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Quellenangaben

  1. Gorissen SHM, Witard OC. Characterising the muscle anabolic potential of dairy, meat and plant-based protein sources in older adults. Proc Nutr Soc. 2018;77(1):20–31.[]
  2. Ontl T. Soil Carbon Storage [Internet]. Nature.com. [cited 2019 Oct 18]. Available from: https://www.nature.com/scitable/knowledge/library/soil-carbon-storage-84223790/[]
  3. FAO. Forests and climate change [Internet]. Available from: http://www.fao.org/3/ac836e/AC836E03.htm[]
  4. FAO and ITPS. Status of the world ’ s soil resources- Main Report. Rome; 2015.[][][]
  5. IPPC. Choices made now are critical for the future of our ocean and cryosphere [Internet]. 2019 [cited 2019 Oct 18]. Available from: https://www.ipcc.ch/2019/09/25/srocc-press-release[]
  6. Verheerendes Zeugnis für die Politik- Klimabericht des IPCC: Meeresspiegel steigt immer schneller an [Internet]. 2019 [cited 2019 Oct 18]. Available from: https://www.focus.de/wissen/klima/verheerendes-zeugnis-fuer-die-politik-klimabericht-des-ipcc-meeresspiegel-steigt-immer-schneller-an_id_11181589.html[]
  7. IPCC. Special report: The ocean and cryosphere in a changing climate. 2019;(September).[]
  8. JSTOR. It’s official: A global mass extinction is under way [Internet]. 2015 [cited 2019 Oct 18]. Available from: https://daily.jstor.org/its-official-a-global-mass-extinction-is-under-way/[]
  9. WWF. How many species are we losing? [Internet]. [cited 2019 Oct 18]. Available from: http://wwf.panda.org/our_work/biodiversity/biodiversity/[]
  10. Pimm SL, Jenkins CN, Abell R, Brooks TM, Gittleman JL, Joppa LN, et al. The biodiversity of species and their rates of extinction, distribution, and protection. Science. 2014;344(6187).[]
  11. Dziba L, Erpul G, Fazel A, Fischer M, Hernández AM. IPBES, 2019. Summary for policymakers of the global assessment report on biodiversity and ecosystem services of the Intergovernmental Science‐Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services . Popul Dev Rev. 2019;(May 2019).[]
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  16. De Boer J, Aiking H. On the merits of plant-based proteins for global food security: marrying macro and micro perspectives. Vol. 70, Ecological Economics. Elsevier B.V.; 2011. p. 1259–65.[][][][][]
  17. Queensland Government. How soils form [Internet]. [cited 2019 Oct 18]. Available from: https://www.qld.gov.au/environment/land/management/soil/soil-explained/forms[]
  18. Fedor L, Goleusov P. Resoiling on anthropogenically disturbed surfaces in the southern taiga subzone. Geogr Nat Resour. 2011;32(1):28–33.[]
  19. Heilig GK. Lifestyles and energy use in human food chains. 1993.[]
  20. Pimentel D, Williamson S, Alexander CE, Gonzalez-Pagan O, Kontak C, Mulkey SE. Reducing energy inputs in the US food system. Hum Ecol. 2008;36(4):459–71.[]
  21. Frorip J, Kokin E, Praks J, Poikalainen V, Ruus A, Veermäe I, et al. Energy consumption in animal production - Case farm study. Agron Res. 2012;10(SPEC. ISS. 1):39–48.[]
  22. Aiking H, de Boer J. The next protein transition. Trends Food Sci Technol. 2018;[]
  23. Crutzen P, Stoermer E. The “Anthropocene.” Glob Chang Newsl. 2000;(41):1–20.[]

Sebastian

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Über den Autor

Sebastian hat verschiedene Bücher, Beiträge und Kurse erschaffen, um andere zu einer mutigen Ernährung zu inspirieren; damit Menschen die Vorzüge einer pflanzenbasierten Ernährung entdecken können. Lies mehr über Sebastian's Story hier.

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