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Yoga und Essen
Zuletzt aktualisiert Oktober 21, 2020

Essen ist in aller Munde, Yoga auf allen Matten. Trotz der Unterschiede, das eine findet im Mund, das andere unter dem Fuß statt, haben beide Hobbies Erstaunliches gemeinsam. Ich hatte das Glück, mit beiden Tätigkeiten in Berührung zu kommen und möchte meine Erfahrungen mit dir teilen. Die folgenden 4 Punkte werden oft übersehen, dabei sind sie das Yoga der Ernährung. Sie liefern angehenden Yoginis und leidenschaftlichen Essern Inspiration.

Atmung als Bindeglied

Im Yoga stellt die Atmung die Verbindung von Körper und Geist dar. Als Sinnbild für Lebenskraft ist Atmung auch die Basis für Bewegung. Atmung ist immer da, solange man lebt. Keine Atmung bedeutet Tod. Durch Yoga lernst du diese Verbindung kennen und schätzen. Ich lernte Atmung aktiv einzusetzen, um auf Körper und Geist Einfluss zu nehmen. Ich habe gelernt Atmung als Stimulans oder als Beruhigungsmittel zu nutzen.

Beim Essen ist Atmung, oh Wunder, ebenfalls die Verbindung von Körper und Geist. Das ändert sich auch durch ordinäres Essen nicht. Die Atmung beim essen beeinflusst den Sauerstoffaustausch, die Verdauung, den mentalen Zustand, das Stressempfinden und das Wohlgefühl. Atmung lässt deinen Körper mit Sauerstoff durchfluten. Es ist der Brennstoff zur Reinigung und um übrige Stoffwechselprodukte loszuwerden. Sauerstoff trägt zu einem basischeren Organismus und weniger Versauerung bei. Sauerstoff lässt das Gehirn richtig funktionieren und schafft es, so manchen Schleier zu lüften oder depressiven Schwank zu beseitigen. Deine Mahlzeit wird bekömmlicher und befriedigender.

Atmung ist auch beim Essen das Bindeglied von Körper und Geist.

Übertrag von der Matte ins Leben

Egal ob du willst oder nicht. Yoga wird sich auf dein Leben übertragen. Alle Tugenden oder Schludrigkeiten sickern in dein Nervensystem. Je mehr Zeit der täglichen 24 h du investierst, desto fester werden die im Yoga erlernten Abläufe in dein Leben eingebaut. Je öfter ich den letzten Schritt gehe, die letzten 3 Atemzüge in der unangenehmen Position ausharre oder auch das letzte Mal den Sonnengruß voll durchziehe, desto einfach werden Widerstände mit der Zeit. Auf der Matte und im Leben.

So ähnlich ist das beim Essen auch. Wir wollen hier gar nicht vom Was sprechen, darüber spreche ich oft genug. Es geht um das Wie. Stress beim essen führt zu Bauchweh und irgendwann zu chronischen Magenproblemen. Ich habe mir durch stressiges essen mit viel Ablenkung, schludriges Kauen und Schlingreflex schon sehr oft bewiesen, dass dieser Stress relevant ist und ich ihn mit in meinen Tag nehme. Das ist ein echter Übertrag in das Leben, wenn auch ein ungünstiger. Aber, auch Ruhe, Achtsamkeit und Dankbarkeit beim Essen strahlen in dein Leben aus und signalisieren dir, dass alles in Ordnung ist und du keine Sorge haben brauchst.

Der Übertrag vom Teller ins Leben ist stärker als du denkst.

Das Yoga der Ernährung

Bleib auf deiner eigenen Matte

Das ist ein Spruch, den ich mühsam lernen musste. Denn gerade anfangs habe ich dazu geneigt, mich nach den anderen zu orientieren. Wow, was für ein spielend sanfter Handstand, krasser Spagat mit Schildkröte, so eine Uttanasana will ich auch ohne Schmerzen können. Aber, nach einiger Zeit lernte ich, dass es um meinen eigenen Fortschritt geht. Alles andere ist nicht vergleichbar und macht in erster Linie nur verrückt. Denn letztlich kann es sein, dass ich selbst viel mehr von einem unästhetischen und unangenehmen Versuch zum Halbspagat habe als eine Pro-Yogini, die ausversehen 10 Minuten im Spagat einschläft. Meine Herausforderung, die Hürde die ich meistern muss, bringt mir persönlich wahrscheinlich mehr Fortschritt, Erkenntnis oder wie man das nennen mag.

Auch beim essen bekommt man sehr oft vorgelebt, was Sache sein soll. Konditionierung, Bekannte, Freunde, Kollegen, Family, Fernsehen, Zeitschriften, was die Kantine so hat und seit neuster Zeit auch noch dieses Internet mit fünfzig Millionen Bildern jede Sekunde. Soll das beeinflussen was und wie du isst? Im besten Fall nicht. Aber das ist genau so schwer zu verinnerlichen wie anfangs auf der eigenen Matte zu bleiben. Wie im Yoga so auf Teller, Yoga Ernährung, das war eine schwere Lektion. Doch jeder Mensch ist einzigartig, genetisch und als Summe aller Erfahrungen des Lebens. Was ist dein Bedürfnis, welche Ernährung deckt sich mit deinen Werten, was tut dir nicht gut, was schmeckt dir ganz besonders und bringt dir langfristig Glück. Dein eigener Geschmack ist wichtiger für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden als du glaubst, nicht was die anderen essen.

Bleib auf deinem eigenen Teller. Verdreh dir nicht dem Magen und iss was du wirklich verlangst.

Das Yoga der Ernährung - kleine Oase inmitten von Turbulenzen

Yoga der Ernährung ist meine Oase inmitten eines manchmal stresserfüllten Alltags. Es bedeutet abschalten, durchatmen, Augen zu, bei mir selbst ankommen. Den ganzen Tag war ich mit meinen Gedanken überall verstreut und ausgedünnt. Jetzt konzentriere ich mich bei mir selbst. Einfach bei mir ruhen und realisieren, dass alles andere um mich herum immer tobt und es keinen Unterschied macht. Darum entscheide ich mich, bei mir zu ruhen.

Essen ist oft die einzige Pause im Arbeitsalltag. Es ist Oase zwischen Besprechung und Projekt. Es hilft bei der Sammlung, Entspannung und beim Loslassen. Auch wenn die Besprechung nicht gut lief, das passiert. Die Mahlzeit hilft, alles relativer zu sehen, Stress abzubauen und gestärkt die nächsten Herausforderungen anzugehen.

Die Mahlzeit ist eine Oase im turbulenten Alltag.

Falls du kein Yoga machst, dann iss

Sicher haben beide Beschäftigungen viel Überlappung, doch Essen kann Yoga nicht gänzlich ersetzen. Dennoch bin ich erstaunt, dass selbst etwas Alltägliches wie die Nahrungsaufnahme so eine immense Power für das Leben besitzt. Wir nehmen es meist nicht als das wahr, sondern als eben diese Pflicht, Nährstoffe aufzunehmen, die dann teilweise unbewusst abgehandelt wird. Aber wie ich anhand der vier Gemeinsamkeiten von bewussten Yoga und Ernährung entdeckt habe, hat aktives und bewusstes essen das gleiche, transformierende Potential für dein Leben wie Yoga.

Wenn du kein Yoga machst, dann konzentriere dich aufs Essen. So einfach ist das.

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